Großfamilie-Kampffmeyer

 

Zur Herkunft der Familien Kampffmeyer

Dr. Ernst Kampffmeyer
(*1896 +1986)

Die Herkunft der Familie Kampf(f)meyer wird in der einschlägigen Literatur für Namensforschung aus dem Fälisch-Niedersächsischen Gebiet angegeben. Der Name leitet sich von dem Wort „Kamp“ ab, womit vielfach ein eingezäuntes Feld bezeichnet wird, das aus Waldrodungen entstand. Es gibt auch heute noch am Rande von Dissen im Kreis Osnabrück einen Kamphof, auf dem heute noch ein Kampmeyer ansässig ist. Auf einer Aufstellung von Höfen des früheren Gogerichts Iburg steht neben dem Namen des Grundherren der Vermerk Kampffmeyer hat sich selbst freygekauft. Auf Grund dieser Angaben kann angenommen werden, dass die Familie Kampffmeyer aus dieser Gegend stammt.

Tatsächlich aber führen die kirchlichen Urkunden in geschlossener Ahnenreihe über Berlin, Gumbinnen (Ostpreußen), Westgartshausen bei Crailsheim (Kreis Ansbach) nach Laakirchen im Länd’l ob der Enns (Oberösterreich). Die Vorfahren waren bis Ende des 18. Jahrhunderts Bauern und Handwerker, wobei aber auch der Handel eine Rolle gespielt haben muss.

Während nun in 8 Urkunden aus Westsgartshausen gesagt wird, dass die Vorfahren aus Laakirchen im Länd’l ob der Enns kommen, ist der Name in der ursprünglichen Schreibweise Kampf Mair in Oberösterreich nicht auffindbar. Er ist auch in dem Buch von Kirchenrat Georg Rusam, Österreichische Exulanten in Franken und Schwaben in ähnlicher Form nicht vermerkt. Ferner war den 90jährigen Herren Prof. Dr. Pirchegger (Graz) und Hofrat Dr. Doblinger (Aschach) als erfahrene Heimatkundler der Name niemals erschienen. Eine Ableitung des Namens von dem Worte „Kamp“ lehnte Doblinger entschieden ab. In einer Forschungsarbeit, die in der „Zeitschrift für Agrargeschichte und Agrarsoziologie“ erschien, wurde der Ursprung des Wortes „Kamp“ bei dem Fluss Kamp, der in die Donau fließt, vom Keltischen abgeleitet, dem die Bedeutung „Der Krumme“ (Fluss mit vielen Windungen) zugrunde liegen soll.

Aus einem Schriftwechsel mit dem Germanischen Institut der Universität Wien entnehme ich:

Das Wort „Kampf“ ist im österreichischen Raum nicht volkstümlich... Wir haben in Österreich sogenannte Kampfmühlen, die aus einer Form „Kampradmühle“ hervorgegangen sind. Dabei hat das früher behauchte h auf das p affrizierend gewirkt und es zu einem pf verändert.... Nach Schiffmann im historischen Ortsnamenslexikon des Landes Oberösterreich ist z.B. 1380 der Beleg Champfmül zu finden. Es ist durchaus möglich, dass ein Meier, der eine Kampfmühle besaß, einfach kurz (wir nennen das Klammerform) Kampfmeier genannt wurde.

Bei nochmaliger Durchsicht der Urkunden aus Westgartshausen führten diese Betrachtungen zum Ziel. Es ergab sich folgendes:

  • · Nach dem Tode von Hans Kampf Mair wurde seine Frau Kemptin genannt und bei ihrem Tode Kampfmaier Wittip.
  • · Bei der Taufe der Tochter Eva von Hans Kampf Mair hieß der Vater Hans Kempten.
  • · Martin Kampner verheiratet sich mit Rosina Mahiner. Nach dem Tode von Martin verheiratet sich Rosina wieder und wird dann bei ihrem Tode ebenfalls Kampfmaiers Wittip genannt.
  • Daraus ergibt sich, dass eine Namensänderung stattgefunden hat. Als Kampner oder Kempner wurde aber der Mühlenbauer bezeichnet, der die Kammradmühlen gebaut hatte. Es ist das eine Berufsbezeichnung wie der Wagner oder Schreiner. Die Zähne des Kammrades wurden „Kemp“ genannt. Unweit von Laakirchen in Ohlsdorf-Rusam besteht heute noch ein Kampner Gut. Bis 1622 erscheint im Kirchenbuch zu Gmunden auch die letzte Eintragung der Familie Kampner. Um Laakirchen wie bei Gmunden am Traunsee spielten sich grausame Kämpfe 1626 ab. Es war die Zeit der Gegenreformation, die als Zweiter Österreichischer Bauernkrieg bezeichnet wird, der ein Kirchenkrieg war.

Die Familie Kampner dürfte demnach ausgewandert sein und erschien etwa 20 Jahre später im Kirchenbuch zu Westgartshausen unter dem Namen Kampf Mair oder Kampner.

Das später auftretende „ff“ im Namen gegen Ende des 17. Jahrhunderts hängt mit der damaligen Rechtschreibung zusammen und läuft unter dem Namen „Konsonantenverdoppelung“ (siehe Lutherbibel).

Der Name Kampffmeyer ist demnach sowohl in Norddeutschland wie auch im südlichen Raum aus den Worten „Kamp“ und „Kampf“ entstanden von unterschiedlicher Bedeutung.

Dieser Artikel wurde als Sonderdruck in den Mitteilungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde e.V., Band 27 - Jahr 1976 - Heft 8 - Seite 207, veröffentlicht.
 

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