Großfamilie-Kampffmeyer

 

Bericht zur Kampffmeyer’schen Familienforschung

Dr. Ernst Kampffmeyer
(*1896 +1986)

Bezugnehmend auf meinen Artikel „Zur Herkunft der Familien Kampffmeyer“ in den Mitteilungen der „Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde“ Band 27 Jahrgang l976 erfolgt nachstehend eine kurzgefaßte Zusammenfassung:

Die Forschung nach den Vorfahren der Familie begann gegen Ende des vorigen Jahrhunderts auf Veranlassung von Theodor Kampffmeyer (1856-1913), der seinen Vetter Georg Kampffmeyer, den Professor am Seminar für orientalische Sprachen in Berlin, bat, Vorfahren ausfindig zu machen. Dies gelang ihm bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts, als der Gerbermeister Johann Georg Kampffmeyer von Gumbinnen in Ostpreußen nach Berlin umzog. Es war die Zeit, in der das preußische Heer Leder benötigte. Dann ruhte die Forschung bis zum Jahre 1935. Einerseits hatte sich die Erzählung erhalten, daß wir aus der Steiermark stammen sollten, andererseits war Georg Kampffmeyer aufgrund der Namensforschung der festen Überzeugung, daß die Herkunft im westfälischen Raum liegen müsse. Auch die uns seit 1962 vorliegende Urkunde des Gogericht Iburg mit richtiger Schreibweise des Namens bestätigte diese Auffassung.

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Kampffmeyer hatt sich selbst
frygekauft

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Verzeichnis der Eigenbehörigenim Iburgschen Gogericht von ca. 1600 (Rep. 122 V, I Fach 247 Nr. 4a)

Unweit der genannten Grundherrschaft „Luningk zu Wittenstein“ mit dem Vermerk „Kampffmeyer hatt sich selbst freygekaufft“ liegt der Hof Kampmeyer zu Dissen. Die Vorfahren dieses Hofes können bis in das 16. Jahrhundert nachgewiesen werden. Es wurde versucht, durch örtliche Besichtigungen und eine umfangreiche Korrespondenz - die sich auch in das Ausland erstreckte - wie auch mit Hilfe mehrmaliger Quellenforschung im Niedersächsischen Staatsarchiv Osnabrück, einen Anschluß an diese Ahnenreihe oder auch an derweitig zu finden. Das alles blieb ohne Erfolg.

Demgegenüber meldete sich aufgrund einer Suchanzeige Pfarrer Lenckner aus Gröningen mit einer Heiratsurkunde von Hans Kampf-Mair. Georg, Paul und Ernst Kampffmeyer trafen sich bei Pfarrer Lenckner (1935), prüften die Kirchenbucheintragung und waren der Ansicht, daß es sich um unseren Vorfahr handeln müsse. Dennoch liefen zunächst die Forschungen in beiden Richtungen nebeneinander her. Diese Kirchenbucheintragung von Hans Kampf-Mair ist in der Familiengeschichte von Paul Kampffmeyer „Blutsverwandte deutsche Familien im Wandel der Jahrhunderte“ von 1939 auf Seite 20 abgebildet.

Bei einem späteren Besuch bei Pfarrer Lenckner in Schwäbisch-Hall wies dieser auf weitere Familieneintragungen hin. So konnten acht weitere Eintragungen von Familienmitgliedern ermittelt werden, die aus den Kirchenbüchern in Westgartshausen bei Crailsheim stammen. Damit wurde der Nachweis erbracht, daß eine ganze Sippe der Familie Kampfmaier aus Laakirchen in Oberösterreich nach Westgartshausen bei Crailsheim geflüchtet war. Aufgrund dieser Eintragungen müßten sich auch Unterlagen über die Familie in Laakirchen erbringen lassen. Das wurde ein weiterer Abschnitt der Forschung.

Es zeigte sich, daß der Name dort unbekannt war. Dr. Max Doblinger, ein bekannter Heimatforscher, schilderte in einem Brief die damaligen Verhältnisse in Laakirchen während der Zeit der Gegenreformation. Er erwähnt auch, daß der Wirt zu Laakirchen mit Streitern nach Steyer zog und die Stadt besetzt hielt. Hieraus mag sich die Erzählung erhalten haben, daß die Familie aus der Steyermark stammt, wenn man unterstellt, daß sich im Laufe der Generationen eine Verwechslung zwischen dem Land Steyermark und der Stadt Steyr eingestellt hatte. Interessant ist auch sein Vermerk, daß ein „f“ im Familiennamen nichts mit der Ableitung von „Kamp“ zu tun hat.

Ebenso ist der Brief von Pfarrer Hans Dopplinger über die damaligen Verhältnisse während der Gegenreformation aufschlußreich. Ferner seine Behauptung, indem er auf unser wahrscheinliches Familiengut ‘Das Kamptnergut’ hinweist. Ein Nachkomme des erwähnten Heimatkundlers Josef Klaffinger hat mir später in einem persönlichen Gespräch unser Namensrätsel gelöst: Der Kamptner war die Berufsbezeichnung für die Mühlenbauer und das Auftreten der Namen Kamptin, Kämpner und Kamp(f) sind identisch mit der ersten Silbe des jetzigen Namens . Der „Kamp“ oder „Kemp“ ist der Holzzahn am Kammrad. Für die zweite Silbe des Namens Maier folgt die Erklärung nachstehend:

Das Gemeindeamt Laakirchen teilt auf Anfrage mit, daß das Kamptner Gut ein Mairhof war. So entstand der Name Kamp Mair bzw. Kampf-Mair. Inwieweit die Abwandlung des Namens sprachlich oder mit einer Verschleierung wegen der Flucht zu begründen ist, kann nicht festgestellt werden.

Laut katholischem Pfarramt Gmunden erscheint die letzte Eintragung von Hans Kamptner vom „Kamptnerhof“ um 1617. Auch das Germanische Institut der Universität Wien hat sich diesbezüglich zur Namensforschung geäußert. Danach gibt es in Österreich sogenannte Kampfmühlen, die aus einer Form „Kampradmühle“ hervorgegangen sind. Speziell geht es um Kammräder (Zahnräder), die Übersetzungen eines Getriebes.

Schließlich noch eine Betrachtung zur Abwandlung des Namens Kamptner zu Kampfmaier bzw. Kampffmeyer von Herrn Pfarrer Kuhr. Sie enthält eine Bestätigung bezüglich der Bedeutung des Namens „Kamptner“ durch Besichtigung und Befragung eines alten Einwohners vor den Trümmern einer Kammradmühle.

Weitere Vorfahren der Familie werden nur schwer auffindbar sein, da Kirchenbücher fehlen und Aufzeichnungen in Grundherrschaftsakten diesbezüglich nicht festgestellt werden konnten.

Damit dürfte die Ahnenforschung der Familie Kampffmeyer zu einem derzeitigen Abschluß gekommen sein. Es ist auch deshalb nicht wahrscheinlich, weitere Vorfahren aufzufinden, weil der jetzt bekannte Ursprung des Namens eine Berufsbezeichnung angibt, die zur damaligen Zeit nur eine sonst vielleicht nicht vorhandene oder geläufige Personen-Benennung nach der Tätigkeit darstellt.

Dennoch habe ich in „Familienkundlichen Nachrichten“ noch eine Suchanzeige nach einem Kamptner im 16. Jahrhundert aufgegeben (Anschrift der Schriftleitung: 8530 Neustadt/Aich, Postfach 1340).

Januar 1983 Dr. Ernst Kampffmeyer, Bonn

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